150 Jahre Freiwillige Feuerwehr Glauchau

„Der Geist des Einstehens füreinander hat auch in Glauchau mit der Freiwilligen Feuerwehr Glauchau seit mittlerweile 150 Jahren eine unumstößliche Basis gefunden". Worte, die Uwe Clemens, Ober-brandinspektor bei der Freiwilligen Feuerwehr (FFW) Glauchau anlässlich der Festveranstaltung zum 150-jährigen Bestehen am 2. Mai 2013 im Glauchauer Stadttheater in seiner Festrede fand. „Feuerwehr", so hieß es weiter, sei ein „Synonym für die Solidarität innerhalb einer Gesellschaft". Die sich darin Engagierenden „sind lebender Beweis dafür, dass selbstloses Handeln und Einsatz um einer Sache Willen keine leeren Worthülsen sind, sondern Tag für Tag gelebt und mit Leben erfüllt werden".

Zu den geladenen Gästen des Abends zählten u.a. alle Kameraden der FFW Glauchau, einschließlich der Ortswehren, der Kreisbrandmeister und sein Stellvertreter, die Landtagsabgeordnete der CDU Ines Springer, der Landrat des Landkreises Zwickau Dr. Christoph Scheurer sowie sein Beigeordneter Bernd Gersdorf, Oberbürgermeister Dr. Peter Dresler sowie Glauchauer Stadträte, Pfarrer Matthias Große von der St. Georgenkirchgemeinde Glauchau und Sponsoren.

Nach einer Schweigeminute für aus den Reihen der FFW verstorbene Kameraden trat Oberbrand-inspektor Uwe Clemens ans Podium. Als Leiter der Freiwilligen Feuerwehr Glauchau blickte er in seiner Rede zurück auf die Anfänge des Feuerwehrwesens in der Stadt. Bemühungen um Brandbekämpfung und Brandsicherheit gab es in Glauchau nämlich wesentlich länger als seit 150 Jahren. Schon 1640 wurden in der Glauchauer Polizeiordnung allgemeine Bestimmungen zu diesem Zweck erlassen.

Clemens verfolgte die Entwicklung weiter und machte deutlich, gleich welche Bedingungen vorherrschten, stets haben Männer, und ab den 1960er Jahren auch Frauen, bei der Bekämpfung von Bränden und Havarien Großes geleistet. „Zurzeit besteht die FFW Glauchau mit den Ortsfeuerwehren aus 372 Angehörigen und durchschnittlich werden 190 Einsätze pro Jahr absolviert." Zu jeder Zeit könne die umfangreiche Technik wirksam eingesetzt werden; 21 Einsatzfahrzeuge plus Zusatztechnik sind dafür an sieben Standorten in der Stadt stationiert. „Um die umfangreiche Technik zu beherrschen und auf die Vielzahl der Einsatzaufgaben vorbereitet zu sein, leisten die Kameradinnen und Kameraden jährlich etwa 13.000 Ausbildungsstunden", machte Uwe Clemens weiter deutlich. „Zu jeder Tages- und Nachtzeit bereit sein, auf Knopfdruck in nur wenigen Minuten zur Verfügung stehen, um oft komplexe Einsatzleistungen zu erbringen – das ist heute mehr, als nur Brände löschen", sprach er das veränderte Aufgabengebiet und die nicht unwesentliche individuelle Belastung an, dem sich Freiwillige neben ihrem Beruf und ihrer Familie widmen. Das verdiene Dank und Anerkennung. Stadtoberhaupt Dr. Peter Dresler schloss sich dem vollumfänglich an. „Sie sind in dem, was Sie leisten, nicht ersetzbar." Es gehe darum, zu Lasten von Familie und Arbeitsplatz in der Freizeit „das Richtige zur richtigen Zeit" zu tun. „Staat und Kommune versuchen, Sie dafür mit dem notwendigen Stand der Technik auszustatten und wir sind froh, dass uns dies auch gelungen ist." Er versicherte, dass es im Glauchauer Stadtrat bezüglich der Beschaffung von Technik und Ausrüstung bislang nie eine Diskussion zum Budgeteinsatz für die Feuerwehr gegeben habe und das Gremium geschlossen hinter einer einsatzfähigen Wehr stehe. Aber auch die Gesetzgebung könne beitragen, in punkto Sicherheitsvorsorge mehr zu tun, indem sie beispielsweise die Installation von Rauchmeldern in Wohnungen auch in Sachsen zur Pflicht mache.
Im Weiteren würdigte Dr. Dresler die Jugendarbeit. Er wisse um den schwierigen Prozess, junge Menschen zu finden, die sich in den Dienst der Freiwilligen Feuerwehr stellen. Dank der vorbildlichen Nachwuchsarbeit wird die Glauchauer Wehr dennoch so aufgestellt sein, auch künftig ihren Beitrag für die Stadt und die darin lebenden Menschen sicherzustellen. „Im Namen der Stadt und des Stadtrates möchte ich den Kindern und den Familien dafür danken, aber auch der Alters- und Ehrenabteilung, der Frauengruppe und natürlich den Kameraden der aktiven Bereiche. Mögen Sie stets gesund und unversehrt von den Einsätzen zurückkommen. Ich wünsche Ihnen gut Wehr!", schloss der Oberbürgermeister sein Grußwort.

Musikalisch unterstützt wurde die Festveranstaltung von der Band „Bluance", die für ihre Darbietungen viel Applaus erntete.
Die Jubiläumsfeierlichkeiten wurden am Freitagabend mit Disko im Festzelt und am Samstag, dem 4. Mai, mit einem bunten Familienfest auf dem Areal an der Erich-Fraaß-Straße fortgesetzt.
Spiele, Sonderfahrten mit dem Feuerwehrfahrzeug, ein Antik- und Sammlermarkt, ein vom Freizeitparadies Glauchau gestaltetes Bühnenprogramm sowie Leckeres aus Topf und Pfanne wurden begeistert angenommen. Die DRK Rettungshundestaffel Westsachsen zeigte verschiedene Übungen mit Rettungshunden, Kinder konnten sich beim Brandschutzquiz testen und Info-Stände leisteten Aufklärungsarbeit.

Historische Technik wurde nicht nur im Brandschutzkabinett an der Schlachthofstraße präsentiert, auch in der Schau zum 16. Thüringisch-Sächsischen Feuerwehroldtimertreffen mit 41 Feuerwehrvereinen und Einzelpersonen gab es beeindruckende Fahrzeuge zu bestaunen. Der am weitesten angereiste Teilnehmer mit 615 km kam aus Tongeren/Belgien. Übers Internet erfuhren die belgischen Feuerwehrfreunde von der Veranstaltung in Glauchau und machten sich kurz-entschlossen mit ihrem Brandlöschzug auf den Weg, ließ Kamerad Jürgen Landgraf von der FFW Schönberg zum Überraschungsbesuch wissen. Landgraf kümmert sich im Arbeitskreis speziell um das Oldtimertreffen. Der jährlich stattfindende Treff soll 2014 in Limbach-Oberfrohna erfolgen. „Bis 2016 sind die Ausrichter gesichert. Für die nachfolgenden Jahre nehmen wir gern noch Bewerbungen entgegen", informierte er. Das älteste Fahrzeug übrigens ist eine Handdruckspritze. Sie ist im Glauchauer Brandschutzkabinett zu sehen. Der Arbeitskreis erkannte der FFW Mildenau für die Originalität und Einzigartigkeit der mitgebrachten Handdruckspritze aus 1904 sowie der FFW Schönberg für das Löschfahrzeug Garant K 30 je einen Preis zu. Einen dritten Preis erhielten die Überraschungsgäste aus Belgien für die weiteste Anreise. Der Samstagabend klang mit „De Erbschleicher" und einer zünftigen Party aus.

Bernd Spatzier

Mehr Informationen über die FFW Glauchau - (Fakten, Daten, Namen, Ereignisse usw.) erfahren Sie auf
www.feuerwehr-glauchau.de.

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